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Es geschah vor sehr, sehr, sehr langer Zeit im alten Persien

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Es geschah vor sehr, sehr, sehr langer Zeit im alten Persien

Erich Kammerer Erich Kammerer vor 6 Monaten
4 Minuten zum Lesen

Es geschah vor sehr, sehr, sehr langer Zeit im alten Persien. Dort lebte eine große, aber sehr, sehr arme Familie. Sie hatten acht Kinder und ihr jüngster Sohn war gerade sechs Jahre alt geworden. Jeden Samstag ließen ihn seine Eltern ganz allein in die Stadt zum Basar gehen, weil sie meinten, er wäre schon groß genug dafür. Aber natürlich schlichen sie ihm heimlich nach, ohne dass er davon wusste. Er besah sich die schönen Kleider, er bestaunte das köstliche Essen, er bewunderte die Diamanten und Edelsteine, aber er konnte sich nichts davon leisten. Er hatte nicht eine einzige Münze in der Tasche, aber er fühlte sich wie ein großer Junge, auf dem Basar mit den ganzen Menschen. So verbrachte er meist eine halbe Stunde und ging dann wieder nach Hause.

Eines Tages kam er wieder auf den Basar und sah, dass gegenüber auf der anderen Straßenseite ungefähr 200 Menschen in einem großen Kreis zusammen standen. Weil er so klein ist, kann er sich problemlos einen Weg bis ganz nach vorn bahnen. Und dort sieht er etwas, wovon er noch nie gehört hat. Da ist ein Zauberer, der Gegenstände aus der Luft materialisiert. Plötzlich ist da ein Kaninchen und genauso plötzlich ist es wieder weg. Er schaut dem Zauberer ein paar Minuten lang zu und dann ruft dieser: „Wir kommen nun zum Ende meiner Vorführung und ich werde euch jetzt meinen besten Trick zeigen“.

Er hält seinen rechten Zeigefinger in die Luft und alle halten die Luft an, als der Finger orangerot zu leuchten beginnt. Alles, was er mit diesem Finger berührt, verwandelt sich in pures Gold. Er berührt einen Stein… und schon wird dieser zu reinem Gold. Er verschenkt ihn, genauso wie einen Oliven-zweig, den er berührt hat und der nun aus reinem Gold besteht.

Alle Zuschauer applaudierten und gingen wieder ihres Wegs, nur der kleine Junge blieb wie versteinert stehen. Der Zauberer räumte seine Utensilien zusammen und fragte ihn: „Na, mein Junge, gefällt dir meine Zauberkunst?“ – „Oh ja“, erwiderte der Junge. Der Zauberer fragte weiter: „Und möchtest du auch ein wenig Gold?“ Der Junge rief begeistert: „Oh ja, bitte, ja, ja!“

Und so erhob der Zauberer seine Hand und der orangerot leuchtende Finger berührte einen Kieselstein, den er dem Jungen mit den Worten überreichte: „Hier, mein Junge, das ist pures Gold.“ Der Junge sagte: „Oh, vielen Dank, vielen, vielen Dank! Aber…“ Der Zauberer fragte: „Aber was?“ – „Ich will mehr.“

„Na schön“, meinte der Zauberer und berührte einen schönen langen Olivenzweig, der sich ebenfalls sofort in reines Gold verwandelte. Er überreichte den Zweig dem Jungen, der sofort wieder ausrief: „Vielen Dank, aber…“

„Aber was?“, brüllte ihn der Zauberer an. „Aber ich will mehr!“ ­– „Nun gut,“ sagte er und ging zu einem größeren Stein, den der Junge nach Hause rollen konnte. Er berührte den Stein und nach einer Weile wurde der Stein zu purem Gold. Da meinte er zu dem Jungen: „Rolle ihn zu dir nach Hause. Dieses Gold wird deiner Familie für viele Jahre reichen.“ Doch der Junge erwiderte: „Vielen, vielen Dank, aber…“

Der Zauberer rief wieder: „Aber was?“ – „Aber ich will mehr!“ Er fragte: „Was kann ich dir denn noch mehr geben?“ Und der Junge gab zurück: „Ich will den Zauberfinger“.

Wenn ich diese Geschichte meinen Studenten erzähle, sind immer einige dabei, die den Jungen für habgierig halten. Aber nein. Der Junge war nicht habgierig, er war ein Genie.

Das ist der große Fehler, den die meisten Schüler und Studenten begehen. Sie wollen das Gold und nicht den Finger. Das Gold sind die guten Noten, der Finger ist das Wissen. Sie dürfen sich aber nicht auf die guten Noten konzentrieren mit dem Gedanken: „Die brauche ich, um weiterzukommen“. Sie müssen sich auf das Wissen fokussieren.

Ich hoffe diese Geschichte hat dir gefallen!  Ich freue mich über deinen Kommentar.

Du kannst diese natürlich gerne deinen Freunden senden allerdings bitte ich dich zu erwähnen woher du diese Geschichte hast und es wäre sehr nett wenn du einen Link zu dieser Geschichte weitergeben würdest.

Falls du nun Lust auf mehr Wissen hast – findest du in unserem Online Shop bestimmt etwas für dich!

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12 Kommentare

  1. Avatar
    Susanna Keller 8. Mai 2019

    Guten Tag danke für die Geschichte! Sie ist gut nur reicht das Wissen mir nicht aus wenn ich es nicht umsetzen kann. Wissen ist das Eine umsetzen was anderes!

    Freundliche Grüsse

    Susanna Keller

    Antworten
    1. Erich Kammerer
      Erich Kammerer 8. Mai 2019

      Sie haben natürlich recht! Auch für dieses Thema werden wir demnächst eine interessante Geschichte veröffentlichen.

  2. Avatar
    Claus 8. Mai 2019

    Wer Wissen nicht umsetzen kann, hat kein Wissen. Denn Wissen umfasst alles, auch die Umsetzung.
    Wunderbare Geschichte. Danke!

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  3. Avatar
    Atira 8. Mai 2019

    Vielen Dank für diese Geschichte. Meine Tochter studiert derzeit und ich habe sie ihr zu lesen gegeben. Wissen ist Macht und damit kommt man immer weiter. Noten sind zwar leider heutzutage am Anfang fast wichtiger, spätestens im Berufsleben macht aber der/diejenige mit Wissen die Karriere. Vielen Dank für die extra Motivation dafür.

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  4. Avatar
    Urs 8. Mai 2019

    Vielen lieben Dank für die tolle Geschichte.

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  5. Avatar
    Falk Exner 8. Mai 2019

    Diese Geschichte finde ich klasse. Recht vielen Dank dafür. Wissen ist immer die Quelle von Reichtum.
    Wissen ist immer gefragt und hinterfragt, nimmt nichts hin. Hier sehe ich noch die Glaubenssätze, weil von Gier gesprochen wird. Die Geschichte beschreibt eine ganz andere Denkweise. Diesen Schlenker finde ich sehr gut.

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  6. Avatar
    M. Becherle 8. Mai 2019

    Herzlichen Dank Herr Kammerer!
    Es zeigt, dass man manches mal den Fokus ändern sollte, um das „Erwünschte“ zu bekommen.
    Viele Grüße
    M. Becherle

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  7. Avatar
    Gabriele Keil 8. Mai 2019

    eine sehr schöne Geschichte – sehr weise – allerdings sollte man in unserer Gesellschaft nicht bei den „Studenten“ beginnen, die begreifen sollen, sondern bei denen die dann für den Job und die Arbeitsvergabe zuständig sind. ich erlebe dies gerade bei meinem Sohn. es zählen nur Noten und Zeugnisse – NICHT das KÖNNEN und das WISSEN. Leider leben wir in einer blinden Gesellschaft
    freundliche Grüsse

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  8. Avatar
    Jeanette David 8. Mai 2019

    Vielen Dank für die schöne Geschichte ja Wissen ist Macht und der kleine Junge hatte das Wissen um die Macht zu verstehen er war nicht Gierig er wollte nur die Macht als er den leuchtenden Orangerot farbenen Finger von den Zauberer sah .Ja der kleine ist ein Genie Er war zwar erst 6 Jahre alt aber er hatte sein Wissen in sich gehabt.
    Er wollte nicht das Gold .Alles Liebe

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  9. Avatar
    Ina Pinzel 9. Mai 2019

    Eine sehr schöne Geschichte, die das Zeug hat den Leser mitzunehmen…
    Statt das Gold nach Hause zu schleppen (und hüten zu müssen), nehme ich auch lieber den Finger = Wissen. Davon kann man nie genug haben und es verschafft innerliche Gelassenheit – alles andere kommt von selber

    Liebe Grüße und herzlichen Dank!

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    1. Avatar
      Helga Kocher 9. Mai 2019

      Vielen Dank für diese wirklich schöne Geschichte! Sie bezaubert zunächst einmal!
      Die Denkweise des kleinen Jungen ist grossartig, sehr weise für seine sechs Jahre!
      Das Gold wäre für die Familie ein Segen ……….. Aber er sah weiter! Wäre mir auch lieber,
      dann, wenn man es braucht, den Finger zu „gebrauchen“ – und vielleicht auch anderen
      Menschen weiterzuhelfen!
      Herzliche Grüsse und vielen Dank

  10. Avatar
    Barbara Berndmeyer 9. Mai 2019

    Wissen ist Macht und man kann – die Macht wertschätzend und zum Wohle für alle eingesetzt – in Gold verwandeln.
    Hierbei sehe ich das Gold sowohl auf der physischen als auch auf der energetischen Seite.
    Danke für die Geschichte.

    Liebe Grüsse

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