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Es ist nicht wichtig wen man kennt …

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Es ist nicht wichtig wen man kennt …

Florian Heigl Florian Heigl vor 5 Jahren
3 Minuten zum Lesen

… sondern wie gut man ihn kennt

Nun gut, die richtigen Leute zu kennen ist schon wichtig. Doch wie gut Sie die Menschen in Ihrem Leben kennen und auf welche Weise Sie mit ihnen in Beziehung treten ist noch wichtiger.

um herauszufinden, wie gut sie jemanden kennen, fragen sie sich:

[styled_list type = ‚plus‘]

  • Urteile ich über diese Person?
  • Habe ich Annahmen über diese Person?
  • Erwarte ich etwas von dieser Person
  • Lasse ich mich von dieser Person bei meinem Handeln beeinflussen?
  • Setze ich meinen Erfolg aufs Spiel,weil ich alle diese Dinge tue?

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Bevor ich Unternehmensberater wurde, hatte ich das Privileg, mit Joe Sullivan zu arbeiten, dem CEO von Swift & Co.  Ein oder zweimal pro Jahr hielten wir Planungssitzungen außer Haus ab.  Joe pflegte jedesmal kurz nach unserer Ankunft im Hotel oder Konferenzzentrum zu verschwinden.  Doch wir wussten immer, wo er zu finden war:  Er war mit Sicherheit in irgendeinem abseits gelegenen Teil der Einrichtung und sprach mit dem Hausmeister, einem Wachmann oder einem anderen Mitarbeiter hinter den Kulissen.

Warum?

„Oh, das ist leicht zu beantworten“, sagte er.  „Ich stelle diesen Leuten gern Fragen und höre ihnen gern zu; ich erfahre immer etwas Neues von ihnen. Sie haben oft eine einzigartige Sicht der Dinge, und ich lerne sehr viel von ihnen.“

[blockquote cite = ‚Henry Winkler‘ align = ‚right‘]„Annahmen sind die Termiten in Beziehungen.“ [/blockquote]

Joe nutzte diese Erfahrungen, um eine erfolgreiche Strategie bei Swift einzuführen, die er „Frontline-Management-System“ nannte. Sie beinhaltete, dass die Entscheidungsfindung auf den tiefstmöglichen Ebenen durchgeführt werden sollte.  Er war überzeugt, dass das funktionieren würde.  Er glaubte ernsthaft, dass die Mitarbeiter, die sich an der „Front“, also auf vorderster Linie eines jeden Unternehmens befanden, mehr wussten und größere Fähigkeiten hatten, als ihnen die meisten Menschen zutrauen würden.

Innerhalb von drei Jahren stieg Swift von einem Unternehmen, das gerade so seine Kosten decken konnte, in Bezug auf alle wesentlichen Gewinnaspekte in das oberste Drittel der gesamten Nahrungsmittelbranche auf.

Joe Sullivan und andere Menschen wie er tappen nicht in die Falle, es Vorurteilen zu erlauben, den Wert eines anderen Menschen voreilig in Misskredit zu bringen.

Legen sie ihren Richterhammer beiseite!

Um das 100/0-Prinzip richtig zu nutzen, müssen Sie stets daran denken – und es sich immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen – dass Verurteilungen anderer grundsätzlich fehl am Platz sind.  Wenn Sie wirklich die volle Verantwortung für eine Beziehung übernehmen wollen, ist Ihr Urteil unnötig.

Wenn Sie über jemanden ein Urteil fällen, schaffen Sie dadurch eine Realität für sich selbst, und Sie berauben sich selbst der Möglichkeit, einige wichtige Lektionen zu lernen.

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Was denken Sie darüber?

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3 Kommentare

  1. Markus Kuhlmey 25. Mai 2013

    Die sozialpädagogische Strömung sich als Gutmensch kein Urteil über andere zu bilden ist in meinen Augen eine weltfremde Theorie und funktioniert nur wenn man sich auch keine Meinung bildet. Jeder Mensch, der sich NICHT mit einer „mir-doch-egal-Einstellung“ treiben lässt, wird aus seinem persönlichen Erfahrungshorizont und basierend auf seinem Wertesystem eine Basis für sein Handeln erzeugen – und das macht auch Sinn.
    Dieses Ergebnis dann als „Urteil“ zu bezeichnen zeugt nach meiner Meinung von wenig Toleranz und Selbstwert gegenüber abweichenden Meinungen.
    WICHTIGER sind die genannten Punkte, dass meine BEurteilungen/Entscheidungen nicht auf Annahmen, Vorurteilen und persönlichen Erwartungen basieren sollten und ich unvoreingenommen mir die Meinung/Argumente von anderen anhöre. Das ist der Schlüssel hier.

    Natürlich kann niemand die Wünsche und Befindlichkeiten von allen Menschen berücksichtigen. Insofern findet immer eine Wertung/Beurteilung statt und der Dritte kann sich aus seinem Empfinden dann immer „verurteilt“ fühlen.

    Antworten
  2. kellner 25. Mai 2013

    Halloooo,

    an, hr. kuhlmey, ich, dein leser, kenne nur eines von dir:
    du willst einen beitrag leisten – gut!
    du willst vor weltfremdheit warnen – gut!
    du über-liest, dass es nicht ums nicht-meinung-bilden geht,
    sondern darum, dass man seine meinung nicht jedem bei (un)passender
    gelegenheit sofort kundtun muss(sollte) o. ä.

    sonst erfährst du, was du ausgesendet hast: vorurteile, negatives,
    was du nicht willst, oder? das nennt man unsolicited bumerang 🙂

    Antworten
  3. Ira Maria Rohde 26. Mai 2013

    Hallo, lieber Herr Kuhlmey – oder darf ich Markus sagen?- Ich stiumme dir/Ihnen vollkommen zu.
    Keine Beurteilungen, ergo auch keine Meinung zu haben, führt zu völliger Orientierungs- und letztlich Handlungsunfähigkeit.
    Diese Formulierung, man solle sich kein Urteil bilden, ist meines Erachtens einfach falsch bzw. völlig schwammig und ungenau und führt daher zu diesen von Ihnen sehr ganz richtig erkannten Missverständnissen.
    Es müsste tatsächlich heißen : Bilde dir kein FALSCHES bzw. VORSCHNELLES URTEIL !
    Vielleicht schreibe ich demnächst mal ein Buch über dieses und andere Missverständnisse, die dringend ausgeräumt werden sollten, um unnötige Verwirrungen in dieser heute wahrlich schon genügend verwirrten Zeit und Welt zu vermeiden bzw. schon vorhandene aufzuklären!

    Liebe Grüße!

    Ira Maria Rohde

    Antworten

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