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Zum Essen verführt

Persönlichkeit

Zum Essen verführt

Florian Heigl Florian Heigl vor 4 Jahren
4 Minuten zum Lesen

Warum ist Übergewicht gerade in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren so derart explosionsartig gestiegen – und plötzlich zum Problem geworden, das schon beinahe jeden Zweiten betrifft? Sind es wirklich wir selbst, die wir uns ganz urplötzlich selbst überhaupt nicht mehr kontrollieren und nur noch hemmungslos völlern – oder spielen dabei denn auch noch andere Faktoren eine Rolle? Profitiert denn jemand davon, wenn wir uns ständig überessen? Und welche Mechanismen lassen uns die Kontrolle verlieren? Und noch besser: Was kann man dagegen tun, um sich wirkungsvoll zu schützen?

Die „böse“ Lebensmittelindustrie

Wer davon lebt, unser Essen herzustellen und zu verkaufen, hat natürlich, wie jeder andere Unternehmer auch, Geschäftsinteressen, und ein Interesse daran, so viel wie möglich zu verkaufen. Das ist legitim. Niemand wird eine Spielekonsole wenig attraktiv machen, damit Menschen möglichst nicht spielsüchtig werden. Und die Telekom wird ihre Internetzugänge sicherlich nicht für Privathaushalte zeitlich begrenzen, um die allseits um sich greifende und mittlerweile wissenschaftlich anerkannte Internetsucht nicht noch weiter zu fördern. Und die Lebensmittelindustrie tut genau das, was sie soll: das Essen herstellen und verkaufen, das uns schmeckt.

Allerdings sind dabei Mechanismen im Spiel, die wir bewusst nur schwer bis gar nicht kontrollieren können. Die angeborene Verlockung für Zucker beispielsweise. Wir tragen ein evolutionäres Programm in uns, das uns dazu anhält, unsere Nahrungsbeschaffung so effizient wie möglich zu gestalten. Das bedeutet, für den Erwerb möglichst vieler, schnell verfügbarer Kalorien so wenig Kalorien wie möglich aufzuwenden, damit die Gesamtsumme möglichst hoch bleibt. Das hat weder mit Gier noch Faulheit zu tun, sondern ist ein angeborener Instinkt, der über Jahrmillionen unser Überleben sicherte – und Zucker ist nun einmal ein sehr kalorienreiches und leicht verdauliches Nahrungsmittel, unter anderen. Bekommen wir nun etwas vorgesetzt, was viele und schnell verfügbare Kalorien enthält, findet unser Körper das toll – selbst wenn es nur mit bis zu 40 Prozent Zucker versetztes Ketchup ist. Ganz ähnlich verhält es sich mit Fast Food – schnell verfügbar, schnell zu essen, und meist kalorienreich. Fett und Zucker sprechen unsere Instinkte eben mehr an, als trockene Möhren.

Wenn die Lebensmittelindustrie und die Gastronomie nun auf eben diese Mechanismen setzen, um möglichst viel zu verkaufen, tun sie das auch, weil uns das in gewisser Weise „zufriedenstellt“ – und wir deshalb wiederkommen werden. Wie jeder andere Geschäftsmann auch. Einem bekannten Burger-Betrieb hat man unterstellt, die Burgerbrötchen exakt auf die Temperatur und die Konsistenz der Mutterbrust zu bringen, um dem Kunden beim ersten Biss ein ganz besonderes instinktives Wohlbehagen zu vermitteln. Das mag wohl etwas weit hergeholt sein, aber selbst wenn, werden hier ganz einfach Mechanismen bedient, die den Verkauf und die Kundenzufriedenheit fördern sollen. Daraus kann man allerdings nur schwer einen generellen Vorwurf der Manipulation ableiten – ansonsten müsste man den auch auf Autohersteller, Spielekonsolenproduzenten und generell jeden Werbetreibenden ausdehnen.

Echte Selbstbestimmung ist der (einzige) Weg aus der Falle

Nichtsdestoweniger müssen wir aber unsere Möglichkeit zur Selbstbestimmung wahrnehmen. Das gilt für alle Bereiche, und auch für unser Essen. Wir können die evolutionären Mechanismen erkennen, und außer Kraft setzen, wenn wir lernen, auf unseren Körper zu hören. Das funktioniert nachgewiesenermaßen. Es ist schwierig, und bedeutet, dass wir mit unserem Essen sehr diszipliniert, bewußt und achtsam umgehen müssen, aber es funktioniert. Ab einem gewissen Punkt nehmen wir das Verlangen zwar noch wahr, wir können es aber deutlich von „echten“ Bedürfnissen nach Nahrung unterscheiden. Der Lohn dafür ist, dass wir unseren Körper ein Leben lang mit genau den Nährstoffen und Mengen versorgen, die er tatsächlich braucht, und unempfindlich gegen jede Art von Nahrungsideologie und Manipulation werden. Das rettet uns dann buchstäblich das Leben.

 

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5 Kommentare

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    Mette Kramer 27. Juni 2015

    Zucker verdient die Bezeichnung Nahrungsmittel gar nicht. Als völlig isolierter Stoff schmeckt er nur auf der Zunge, schadet jedoch unserem Körper der alle Stoffe so auch Zucker in natürlichem Verbund mit anderen Stoffen verwertet. Isolierte Materialien wie gerade Zucker werden in Fett verwandelt, da der Körper mit diesem Stoff eigentlich nichts anzufangen weiß. Zu irgendeinem Aufbau oder einer anderen Aktivität benötigt er isolierte Stoffe überhaupt nicht. Die einzige Möglichkeit ist, natürliche Produkte ohne Chemie erzeugt zu verwenden und dabei nur kleine Mengen dieser Naturprodukte zu verzehren. Außerdem sollte jeder Mensch die tatsächlichen Bedürfnisse des Körpers kennenlernen und durch entsprechende Schulung die richtige Auswahl und Menge an Lebensmitteln treffen, Fast Food-Produkte und andere raffinierte chemisch verunreinigte (Kunst-) Nahrungsmittel jedoch boykottieren.

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    Gabriele 27. Juni 2015

    Hallo ihr Lieben !
    Ich bin der festen Überzeugung, dass man Ernährung und Erziehung unter einen Hut bringen muss.
    Ich bin der beste Beweis: meine Eltern haben mir den Umgang mit den LM beigebracht(Respekt).
    Ich habe es meinen Kindern beigebracht. Wir essen gesund, treiben Sport und erfreuen uns bester
    Gesundheit und ich bin keine 20 mehr.
    Wer lernt mit Problemen richtig umzugehen, sich nicht vom Gruppenzwang beeinflussen lässt braucht auch keine unnützen Kalorien. Harte Schule—heute sind mir meine Kinder aber sehr dankbar. Kindern das KOCHEN noch beibringen. Glauben sie mir, ich könnte die Liste noch sehr viel länger machen, aber am wichtigsten ist der Glaube an sich selbst und die Liebe zum Leben.
    Gabriele-namasde

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    Christine Richter 28. Juni 2015

    Liebes Team,

    Das ist ein sehr ausführlicher guter Artikel. Ich selber esse so gut wie kein Fastfood und Obst und Gemüse vom Bauern direkt. Fruchtzucker / Zucker esse ich in Schokolade, Mehlspeise, nicht jeden Tag.

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    Sascha Heinzlmeier 29. Juni 2015

    Das ganze Problem besteht aus einer Handvoll Konzernen, aus Lebensmittel- und Pharmaindustrie, die aus gesunden Nahrungsmitteln ungesunde Lebensmittel machen. Die einen vergiften alles mit Pestiziden, Herbiziden und Insektiziden. Die anderen mischen chemische Substanzen in die Produkte. Die ganzen Fertigprodukte sind fü den Müll. Kauf beim Bauern deines Vertrauens frische Produkte und kläre Dich über mögliche Gesundheits- und Ernährungslügen auf.

    Alles Gute und stets BESTE GESUNDHEIT wünscht Sascha Heinzlmeier – DER GESUNDCOACH

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    Dorothée Jordan Pick 15. Juli 2015

    Hallo Life – Succes – Media – Team,

    grundsätzlich findet euer Artikel meine volle Zustimmung.

    Jedoch wird immer noch die Unwissenheit in Sachen Ernährung eines grossen Teiles der Bevölkerung völlig unterschätzt, von der persönlichen Bequemlichkeit einmal ganz abgesehen. Ich habe u.a. beruflich mit dieser Thematik zu tun. Und bin immer wieder erschüttert, was ein grosser Teil der Bevölkerung diesbezüglich glaubt zu wissen. Die allgemeine Ignoranz in Sachen Ernährung – immer noch – ist schier unglaublich.

    Ja, wir haben eine Selbstverpflichtung, uns zu diesem Thema weiter zu bilden, geht es letztendlich doch um unsere eigene Gesundheit. Wir haben in diesem Leben nur diesen einen Körper. Ich betanke meinen Porsche schliesslich auch nicht mit Diesel …

    Und es erfordert für den Einzelnen täglich eine bewusste Entscheidung gegen diese „Fresstempel“ welcher Art auch immer.

    Als Sportlerin ( Kanu-/Wildwassersport, Bodybuilding, Radfahren, Laufen, Boxen, Tai Chi, Yoga je nach Zeit wie Jahreszeit ) ernähre ich mich sehr bewusst :
    Niemals Fastfood, Frittiertes, Fertiggerichte welcher Art auch immer, niemals süsse Getränke, auch keine Obstgetränke !
    Niemals Smoothies aus Geschäften, ausschliesslich Green Smoothies aus eigener Herstellung mit frischen Zutaten in Bio – Qualität.
    Keine Weizenprodukte welcher Art auch immer, kein Soja/Mais & Co., keine Wurstprodukte o.ä., NIEMALS Schwein, Lamm, Hammel, Kalb. Keine Pflanzenöle wie z.B. Raps, Distel – oder Sonnenblumenöl, keine gehärteten Fette.
    Keine Nachtschattengewächse ( z.B. Paprika, Kartoffeln > Süsskartoffeln gehören übrigens nicht zur Familie der Nachtschattengewächse ; Auberginen, Tomaten etc. ).
    Viele wissen nicht, dass sie auf diese negativ reagieren bis hin zu z.B. rheumatischen Beschwerden.
    Selten Kaffee ( ohne alles ), selten Tee, nur Wasser ( ohne Kohlensäure ! ) und davon – je nach Sport / Temperatur – grundsätzlich mindestens 3 Liter pro Tag, an heissen Tagen im Sommer wie in den letzten Tagen locker auch einmal 9 Liter.
    In näherer Zukunft kommt eine professionelle Trinkwasseraufbereitungsanlage in meine Küche.

    Niemals reinen Zucker, auch keine Zuckeraustauschstoffe !
    Süsses sehr selten und wenn, dann nur eigene Herstellung aus frischen Zutaten.
    Fleisch ausschliesslich aus der Bio-Fleischerei : Hähnchenbrust, bestes Rindfleisch, Corned Beef ( von mit Gras ernährten Rindern ), Fisch ( möglichst unbelastet, möglichst kein Zuchtfisch ), Eier.
    Viel frisches Gemüse, viel Salat, sehr selten Obst ( Zucker ist nun einmal Zucker, Art hin oder her ! ), Nüsse, Kerne, Samen, Sprossen.
    Milchprodukte : Selten Rohmilch ( Bio – Qualität ), selten Hüttenkäse.
    Nur hochwertigste Öle : Olivenöl ( nicht unter 25 € / Liter ), Walnussöl, Leinöl, Hanföl, Kokosöl wie überhaupt Kokosprodukte. Niemals Fette wie Palmin o.ä., Sonnenblumenöl, Raps & Co. !
    Butter ausschliesslich von mit Gras ernährten Kühen.
    Ich koche/brate ausschliesslich mit Gusseisen bzw. mit einem Dampfgarer. Aluminium-/Edelstahltöpfe nutze ich nicht, Mikrowelle ist ein absolutes NO GO !
    Alkohol äusserst selten, wenn, dann einmal ein Glas Rotwein zu einem guten Essen.

    Und ja, ich nehme seit über 35 Jahren Micronährstoffe / Nahrungsergänzung zu mir.
    Natürlich keinesfalls von Aldi, Lidl, DM & Co. !
    Hier muss man die wirklich guten Firmen kennen, wozu ich ganz sicher nicht unbedingt die Apotheken zähle. Die Bevölkerung wird hier nach meiner Auffassung gezielt in die Irre geführt : „Nahrungsergänzungsmittel sind überflüssig/gefährlich“.

    Absoluter Unsinn ! Mann / Frau sollte sich doch einmal Gedanken darüber machen :
    Wer profitiert denn wohl am ehesten von einer ständig kranker wie dicker werdenden Gesellschaft …?
    Die Ärzte / Pharmaindustrie.
    Meine letzte Grippe / Erkältung liegt weit über 25 Jahre zurück, ich kenne so etwas überhaupt nicht mehr, gerade aufgrund meiner Micronährstoffe / Nahrungsergänzungen.
    Und ich lasse mich auch nicht gegen Grippe impfen, nur Schutzimpfungen wie Tetanus etwa.

    Und warum werde ich bei Untersuchungen immer wieder gefragt, ob mein Blutdruck von 110/60, Ruhepuls 45 ( bin Ende 50 ) denn eigentlich immer schon so gewesen wäre …?
    Und schon mehr als einmal wird der Blutdruckmesser dann ganz verwundert nochmals neu gestartet … Nun, die Antwort dazu steht weiter oben.

    Mancher möchten wissen, wieso ich in meiner „Alters – Klasse“ in einer so hervorragenden körperlichen Verfassung bin. Und wenn ich dann einige der o.a. Details dazu erkläre, werde ich schon einmal fassungslos angestaunt … Ein Leben ohne Fastfood, Fertiggerichte und süsse Säfte aller Art erscheint der Mehrheit heutzutage wohl entweder wie ein Relikt aus der Vergangenheit oder eine Utopie aus der Zukunft …

    Als Freiberuflerin habe ich wahrlich wenig Zeit zu „verschenken“. Dennoch vernachlässige ich meinen Körper und mein Training nicht, denn wenn dieser mich wegen „Raubbau an mir selbst“ im Stich lassen würde, läuft auch alles andere nicht mehr rund. Alles eine Frage der Prioritäten. Fernsehen u.ä. gehört für mich eindeutig nicht dazu, ist Zeit- wie auch Lebensverschwendung.

    Gerade weil unsere Lebenszeit heute so viel länger ist, müssen wir viel früher und gezielter darüber nachdenken, wie wir unseren Körper möglichst lange in Bestform halten können. Natürlich auf individuellen Wegen.

    Ich möchte keinesfalls mit Mitte 70 – oder gar schon früher – mit einem Rollator unterwegs sein müssen, wie ich es derzeit immer häufiger sehe. Da sehe ich mich selbst frühestens mit Ende 90. Erfreulicherweise sehe ich in meinem Kraftsportstudio immer häufiger Menschen ab 70 Jahre aufwärts. Es ändert sich also offensichtlich endlich doch etwas.

    Körperliche Fitness bis ins hohe Alter erfordert kontinuierliches Training spätestens ab Anfang 30, eher noch früher, gerade auch wegen unserer heute überwiegend sitzenden Berufe. Und noch wichtiger ist natürlich eine bewusste Ernährung. Aber darüber machen sich die eben Wenigsten Gedanken.

    In diesem Sinne gesunde Grüsse an alle !

    Jordan

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